Rückschritte der USA: Nutzung von europäischen Alternativen
In den letzten Monaten hat sich nicht nur im Hintergrund meiner Autorentätigkeit einiges verändert, sondern auch Offensichtliches. In diesem Beitrag gehe ich näher auf meine verstärkte Nutzung von europäischen Alternativen ein, die in den Rückschritten der USA begründet liegt.

Amerika schafft sich unter Präsident Donald Trump immer weiter ab. Das ist Fakt. Bereits während seiner 2017 - 2021 erfolgten ersten Amtszeit gab es einen Handelsstreit zwischen der EU, den USA sowie weiteren Ländern. Gewählt wurde er laut der Politikwissenschaftlerin Wendy Brown überhaupt erst von hauptsächlich weißen Männern - und das aus Trotz für deren missliche Lage. Nach seiner ersten Abwahl hinterließ er ein gespaltenes Land mit noch größeren Problemen als zuvor. Spätestens seine 2025 angetretene zweite Amtszeit, seine diktatorischen Tendenzen und seine menschenverachtenden Dekrete sorgten bei vielen Personen auch außerhalb der Staaten für einen Willen zur Veränderung. So ging es mir ebenfalls, weswegen ich mir lange überlegte, welche Maßnahmen ich treffen konnte, um unabhängiger von amerikanischen Konzernen zu werden.
Meine Einstellung lag dabei nicht nur in dem dortigen Umbruch, sondern auch in der Anbiederung der größten amerikanischen Unternehmen begründet. Boten diese vor der Wahl noch klar der demokratischen Partei Unterstützung an, krochen sie nach Trumps gestiegenen Umfragewerten und erneuten Amtsantritt zu Kreuze. Während Disney die Diversitätsprogramme zurückfuhr, der Amazon - Gründer Jeff Bezos sich ihm offen annäherte und im Wahlkampf Millionen von Microsoft & Co. gespendet wurden, bestraft Trump die strengen europäischen Digitalgesetze mit Zoll - Androhungen, damit ihn unterstützende Firmen wie Google auf dort gelagerte Cloud - Inhalte zugreifen dürfen. Daneben gab es noch viele weitere unschöne Entwicklungen und nahezu täglich werden neue Hiobsbotschaften publik, die meinen Veränderungswunsch verstärkten.
Folgende Maßnahmen habe ich ergriffen:
Neue Mail - Adresse
Nach der Änderung meines Autorenpseudonyms 2016 war ich zehn Jahre lang unter DennyvanHeynen[at]gmail.com zu erreichen. Doch schon 2021 ging mir Googles verstärkter Datenhunger auf die Nerven. Plötzlich wurde eine Zwei - Faktor - Authentifizierung eingeführt, die vorgeblich dem Schutz der Nutzenden dienen soll, natürlich aber eine weitere Ansammlung von Daten darstellt. Statt in die eigene Sicherheitssoftware zu investieren, wird seitdem auf die Erhebung zusätzlicher persönlicher Informationen zurückgegriffen. 2023 kamen Passkeys hinzu, die ich von Anfang an links liegen ließ, deren stets aufploppende Nutzungsaufforderung mich jedoch störte.
Durch die Planungen der gelockerten Datenschutzgesetze und der Trump - Freundlichkeit wollte ich Google sowohl beruflich als auch privat den Rücken kehren. Mit Posteo fand ich ein deutsches Unternehmen, welches nicht nur hohen Wert auf Sicherheit und Datenschutz legt, sondern auch mit Ökostrom betrieben wird und nachhaltig agiert. Daher änderte ich bereits im Januar 2026 meine offizielle Mail - Adresse, die seitdem vanHeynen[at]posteo.com lautet. Jene Änderung setzte ich rasch in meinem Portfolio um und löschte neben diesem beruflichen Google - Konto auch meine privaten Zugänge.
"Grüner" Browser
Diese Maßnahme ging mir noch nicht weit genug, weshalb ich nach Alternativen zur Google - Suchmaschine fahndete. Jahre zuvor hatte ich diese bereits in Ecosia gefunden, sie jedoch einige Zeit nicht mehr genutzt. Hauptsächlich lag das an der 2023 leider intransparenten Entfernung des ehemaligen Baumzählers. Inzwischen wurde dieser durch einen Impact - Zähler ersetzt, der sich nicht mehr nach jedem Suchvorgang, sondern im unangemeldeten Zustand lediglich in den ersten drei Tagen erhöht. Davon abgesehen hat Ecosia 2024 einen eigenen Browser veröffentlicht, den ich kurzzeitig ausprobierte, der wegen seiner schlechten Suchergebnisse für mich aber nicht nutzbar war.
Mittlerweile hat das Unternehmen daran gefeilt, wodurch die Genauigkeit der Ergebnisse etwas gestiegen ist. Da es zurzeit keinen anderen Browser mit eigener Suche und möglichst nachhaltigem Gedanken gibt, stieg ich ebenfalls im Januar 2026 privat auf den "grünen" Browser um. Meine berufliche Nutzung erfolgte einen Monat später. Derzeit werden die Ergebnisse von Google und Microsoft mithilfe der französischen Suchmaschine Qwant auf einen eigenen Webindex umgestellt. Zudem ist die Suche klimaneutral und die Einnahmen, die durch Klicks auf Werbeanzeigen erzielt werden, fließen in ökologische Projekte.
Amazon - Abkehr
Die für Lesende auffälligste Änderung stellt meine Abkehr von Amazon dar. Bereits davor hatte ich die Plattform mehrfach wegen der verheerenden Arbeitsbedingungen in den Logistikzentren, der Steuertricks und weiterer Missstände verlassen. Als freiberuflicher Autor war ich jedoch immer wieder auf eine gelegentliche Rückkehr angewiesen. Das hat sich nicht nur wegen der Trump - freundlichen Unternehmensführung geändert, sondern auch, weil die Umstände andere geworden sind. Amazon war mit seinem 2007 veröffentlichten Kindle der Vorreiter im digitalen Lesen und stellte Kreativen mit KDP im selben Jahr eine Plattform zur Verfügung, mit der sie ihre Bücher veröffentlichen konnten. Mit der Einführung der Leseflatrate Kindle Unlimited 2014 und Prime Reading 2016 untergrub der Konzern aber immer weiter die Einnahmen Freischaffender und gewöhnte die Lesenden an den Geiz. Nahm ich erst noch selbst kurzzeitig an Kindle Unlimited teil, spürte ich schon 2016 einen Umsatzrückgang, weswegen ich meine Bücher nach meiner bisher letzten Amazon - Rückkehr 2022 dort nur noch zum Erwerben anbot.
Nach der Verkaufsauswertung der letzten vier Jahre stellte ich fest, dass die Amazon - Kundschaft besonders preissensibel ist, nahezu keine Vorbestellungen tätigt und ich den meisten Umsatz über deutsche Shops generiere. Hier fiel neben der allgemein gesunkenen Leselust mit der Weltbild - Insolvenz im Juni 2024 jedoch ein einnahmenstarker Vertriebsweg weg. Meine Abkehr bestand also aus einer Mischung unterschiedlicher Gründe. War mein zehnter Kurzroman Perversico wegen seines expliziten Inhalts seit 2022 exklusiv über den Shoppingriesen erhältlich, übernimmt den Vertrieb seit Februar 2026 endlich auch meine übliche Distributionsplattform, wodurch ich mein komplettes Portfolio von Amazon entfernen konnte. Lediglich meine Autobiografie Was bleibt war wegen ihrer bereits laufenden Vorbestellungsphase noch bis März darüber verfügbar. Meine Amazon - Abkehr machte sämtliche Änderungen sowie neue Verkaufslinks auf dieser Website nötig, wo ich mit Osiander einen anderen, süddeutschen Shop fand, zu dem ich seither verlinke. Mit Erlaubnis einiger Firmen werbe ich wieder mit deren Logos am Ende der Startseite. Neben meiner beruflichen Abkehr von Amazon, bestelle ich privat seit Juli nichts mehr dort und habe alle Abos gekündigt.
Neue Leseapp
Von Anfang an benötige ich zum Korrigieren meiner Bücher eine Leseapp, mit der ich neben dem Inhalt die Formatierung, das Inhaltsverzeichnis, die enthaltenen Grafiken und Links überprüfe. Bisher handelte es sich dabei um die App eines amerikanischen Unternehmens. Im Zuge meiner Änderungen fand ich eine deutsche Alternative, deren Serverstandorte in der EU verteilt sind. Die App nutzte ich bereits vor etlichen Jahren kurzzeitig, wegen ihrer teilweise etwas umständlichen Bedienung kehrte ich aber wieder zur amerikanischen zurück. Jetzt habe ich sie zum Standard etabliert und möchte nicht nur meine eigenen Bücher, sondern in Zukunft auch gelegentlich Titel anderer Kreativer darauf lesen.
Weitere Änderungen
Griff ich im Sicherheitsbereich bisher auf amerikanische Unternehmen zurück, nutze ich schon seit Juli 2025 eine deutsche Firma. Das hat neben ökologischen Effekten den Vorteil der hier geltenden höheren Datenschutzbestimmungen.
Meine Internetpräsenz wechselte ich bereits im Juni 2020 zu dem europäischen Unternehmen Webnode. Seitdem haben sich nicht nur meine Hintergrundprozesse im Vergleich zu Googles kaum noch beachteter (oder gar weiterentwickelten) Blogspot - Plattform deutlich vereinfacht, sondern sie sieht auch wesentlich professioneller aus und trägt durch kürzere Datenanfragen über tschechische Server zu mehr Umweltschutz bei.
Was ich (noch) nicht ändern kann
Momentan halte ich noch an meinem Archivblog bei Blogspot fest, auf dem in 5 Jahren fast 500 Beiträge erschienen sind. Ich habe mir viele Gedanken um dieses Thema gemacht und beschlossen, ihn am 04. Februar 2027 zu löschen. Nähere Infos dazu wird es in einem separaten Beitrag geben. Inzwischen habe ich alte Verlinkungen von hier nach dort entfernt. Gerne wäre ich - nicht nur wegen der Datensammelwut - vom amerikanischen Windows zum internationalen Linux umgestiegen, dafür reichen meine Kenntnisse allerdings ehrlich gesagt nicht aus. Zudem steht ein Umstieg meinem nächsten Punkt im Weg.
Seit Juni 2025 sind nämlich alle meine Bücher barrierefrei, gleiches gilt für meine herunterladbaren Inhalte im Downloadbereich. Um meine Publikationen möglichst allen Lesenden zur Verfügung zu stellen, wich ich nach knapp 13 Jahren auf ein anderes Schreibprogramm aus, welches die barrierefreie Gestaltung problemlos ermöglicht. Auch dafür habe ich nach europäischen Alternativen gesucht, deren Bedienung zurzeit allerdings komplizierter ist.
Als einziges Amazon - Gerät habe ich einen wenige Jahre alten Fire TV in Gebrauch. Statt die internen Apps zu nutzen, fand ich Alternativen in einem deutschen Streamingdienst. Hauptsächlich nutze ich eine deutsche TV - App mit Mediatheken - Anschluss und kann durch Bibliotheksleihen zumindest gelegentlich auf die amerikanischen Portale verzichten. Meine persönliche Präferenz liegt jedoch nach wie vor in solchen Produktionen.
Für die Android - Nutzung wird ein (über Umwege erstelltes) Google - Konto benötigt, da ansonsten nicht alle Apps funktionieren. Die Nutzung von APKs und einer Custom - ROM kommt für mich wegen des Sicherheitsaspekts und der technischen Machbarkeit nicht in Frage. Zwar gibt es z.b. mit dem NitroPhone und Volla einige Alternativen, wie ein Smartphone möglichst ohne Datenkrake betrieben werden kann, allerdings liegen die Preise dafür derzeit noch im High - End - Bereich.
Fazit
Sowohl als freiberuflicher Autor, als auch Privatmensch habe ich nur einen kleinen Einfluss auf den Wahnsinn, der zurzeit in Amerika geschieht. Allerdings kann ich in einigen Punkten europäische Alternativen nutzen und mich so unabhängiger von in den USA angesiedelten Unternehmen machen. Ganz kritikfrei ist ein Umstieg auf deutsche Firmen jedoch nicht, da hierzulande seit der 2015 stetig zunehmenden AfD ebenso wie global gesehen ebenfalls ein immer größerer Rechtsruck herrscht. Amerikanische Unternehmen haben bisher jedoch den größten internationalen Einfluss - sowohl im positiven, als auch besonders seit Trump im negativen Sinne.
Mit meiner deutschen Mail - sowie der grüneren Browser - Nutzung und der in Europa verorteten Leseapp kann ich meinen Willen zur Veränderung unterstreichen, mit der Amazon - Abkehr stärke ich deutschsprachige Onlineshops und habe im Sicherheitsbereich sowie mit meiner Website europäische Alternativen gefunden. Alternativen, die ich in Zeiten der in den USA erfolgten Rückschritte für nötig erachte. Auch wenn ich in Ermangelung von gleichwertigen Möglichkeiten privat und beruflich wenige Punkte (noch) nicht umsetzen konnte, sind meine Bemühungen zumindest ein Schritt in die richtige Richtung.
