Mein Fahrplan für die Zukunft
Nach einigen 2025 umgesetzten Änderungen zur Erhöhung meiner zuletzt abgenommenen Bucheinnahmen möchte ich nun auf die Wirkung der einzelnen Schritte eingehen und meinen für die Zukunft entwickelten Fahrplan vorstellen.

Bereits seit 2023 befinde ich mich im Krisenmodus - sowohl was das Schreiben, als auch was die sinkenden Einnahmen bei Buchverkäufen betrifft. Als ich 2014 mit meiner Autorentätigkeit begann, war es noch wesentlich leichter, diese zu generieren. Damals herrschte eine große Nachfrage nach E - Readern, die ab den frühen 2010er - Jahren im Handel Einzug hielten. Dadurch gab es eine hohe Leselust und die rege genutzte Bereitschaft, mal keine typische Verlagsgeschichte, sondern innovative Plots von freiberuflich Schreibenden zu wählen. Auch waren die Lesewilligen bereit, die aufgerufenen Preise zu bezahlen.
Generelle Probleme des E - Book - Marktes
Das alles hat sich inzwischen geändert. E - Reader - Verkäufe stagnieren seit Jahren, so wurden 2012 40 Millionen Geräte, 2015 jedoch nur noch 20 Millionen weltweit verkauft. Verlässliche neue Zahlen gibt es nicht. Lesen ist seit den kurzen Videoangeboten von TikTok und YouTube Shorts weitestgehend aus der öffentlichen Wahrnehmung verschwunden - und falls doch mal zu einem Buch gegriffen wird, wird hauptsächlich wieder (gedruckte) Verlagslektüre verschlungen. Im Vergleich zu 2019 nahm der Kauf von E - Books 2023 um 17 Prozent ab. Generell wird jedoch weniger gelesen, 2012 lag die tägliche Lesezeit noch bei 32 Minuten, 2022 bei 27 Minuten. In Büchern wird laut dem verlinkten Ergebnis der Zeitverwendungserhebung davon sogar nur 12 Minuten gelesen. Seit der Einführung von Leseflatrates, die ihren Mitgliedern zu einem damaligen Preis für 9,99€ allerhand Titel anboten, werden Bücher vermehrt geliehen, statt gekauft. Manche Probleme wurden gar erst von freiberuflich Kreativen verursacht oder verstärkt, so machte es schnell die Runde, dass viele davon nicht mit der nötigen Sorgfalt arbeiteten und Werke voller augenscheinlicher Fehler veröffentlichten. Zugleich hält sich bis heute fälschlicherweise das Gerücht, dass Verlagsbücher hundertprozentig frei von Rechtschreib - und Logikfehlern seien. Darüber hinaus verschleuderten viele schriftstellerisch Tätige ihre Werke für 99 Cent - und brachten der potenziellen Kundschaft so bei, dass digitale Bücher möglichst günstig oder gleich ganz kostenlos zu haben sein müssten.
Seit 2023 habe ich verstärkt mit sinkenden Verkäufen zu kämpfen, weshalb ich mir 2024 erstmals einen Fahrplan überlegte, der im oben verlinkten Beitrag zum Krisenmodus zu finden ist. Dieser sah die Streichung sämtlicher Sales mit Ausnahme der größeren Jahresfeste, das verringerte Schreiben neuer Geschichten und die Entscheidung, keine kostenlosen Bücher mehr zu veröffentlichen, vor. Im Folgejahr arbeitete ich dann mit einem neuen Plan an den Stellschrauben und hängte ihn meinem Beitrag über die sinkenden Einnahmen an.
Welche Maßnahmen 2025 funktioniert haben und welche nicht
2025 bot ich erneut jeden Monat einen Sale mit bis zu 30 Prozent Preisnachlass an. Dafür erstellte ich wieder Werbebilder und bewarb die Angebote auf dieser Website sowie einer anderen Plattform. Statt sie die einst üblichen 3 Tage laufen zu lassen, verlängerte ich die Aktionen auf durchschnittlich 11 Tage. Im November 2025 hatte ich sogar zum dritten Mal am Black Friday - teilgenommen. Beide Maßnahmen hatten keinerlei Effekte auf meine Buchverkäufe.
Daneben testete ich in den letzten Jahren einen günstigeren Vorbestellpreis für meine Neuerscheinungen. Üblicherweise waren diese im Vergleich zum Normalpreis 50 Cent niedriger. 2025 vergrößerte ich den Rabatt auf einen Euro, was eine leicht positive Auswirkung auf die Vorbestellungen hatte.
Um gegen aktuelle Entwicklungen zu steuern, habe ich noch einmal einen neuen Fahrplan entwickelt, der aus mehreren Punkten besteht:
Mein zukünftiger Fahrplan
Überarbeitete Schlagwörter
Als erste Bemühung habe ich schon im Hochsommer letzten Jahres sämtliche Keywords meiner einzelnen Titel überarbeitet und in meinem gesamten Portfolio die Schlagwörter gay und queer entfernt, was zwei Gründe hatte. Zum einen stecken Onlineshops Bücher damit automatisch in die niedrigfrequentierte Queer - Sparte, was zu einer mangelnden Sichtbarkeit führt. Im Umkehrschluss bedeutet die aktive Nutzung dieser Schlagwörter, dass Schreibende ihre Werke nicht für den allgemeinen Markt zur Verfügung stellen. Als Autor möchte ich allerdings, dass meine Bücher von allen Menschen gelesen werden. Neben der Unterhaltung verfolge ich mit meinen Geschichten von Anfang an das Ziel, nicht - heteronormative Liebe sichtbar zu machen, queere Identitäten vorzustellen sowie Missstände und (verdeckte) Homophobie offenzulegen.
Der andere Grund für diese Änderung liegt in dem veränderten Weltklima. Die Gesellschaft ist heutzutage leider weniger offen, als vor drei oder fünf Jahren. Mehr noch, sie ist homophober und queerfeindlicher geworden. Aufgrund täglicher Manipulationen durch Medien und rechter Parteien wie der AfD wiederholen sich eigentlich längst überwunden geglaubte Vorurteile gegenüber queeren Personen, Verschwörungstheorien, die einer weltoffenen Politik den Aufbau einer "woken" Gesellschaft unterstellen und Behauptungen, dass die Mehrheit in ihrer Sprache bevormundet werden würde (was andersherum tatsächlich zutrifft). Aufgrund der diktatorischen Tendenzen von Trump und seinen Unterstützenden haben amerikanische Unternehmen einen Kurswechsel eingeleitet, was enorme Folgen für die Sichtbarkeit von Diversität hat. Auch in anderen Ländern wird aktuell menschenfeindliche Stimmung gemacht, in Ungarn werden zum Teil schon queere Werke eingeschränkt.
Indem ich meine Geschichten nicht mehr selbst in bestimmte Kategorien einteile, steigt die Wahrscheinlichkeit, dass die Kundschaft, die nicht auf explizite Queer - Titel klickt, diese liest und sie Handlungen mit z.b. gleichgeschlechtlichen Paaren akzeptiert. Damit erhoffe ich mir neben der Sensibilisierung für die Probleme unserer Zeit auch positive Auswirkungen auf die Buchverkäufe.
Rückkehr zu selteneren Sales, weiterhin stabile Buchpreise und günstigere Vorbestellungen
Da die monatlichen Angebote des letzten Jahres nicht zu verstärkten Käufen geführt haben, kehre ich wieder zu selteneren Sales an besonderen Festen zurück. Diese Aktionen sollen künftig ebenfalls rund 11 Tage laufen und bis zu 30 Prozent Rabatt beinhalten. Manche möchte ich mit speziellen Anlässen, wie einigen weiteren anstehenden zehnjährigen Jubiläen meiner Bücher, verknüpfen.
Ich habe schon mehrfach mit dem Gedanken einer Preiserhöhung gespielt, zuletzt, um meine gestiegenen Ausgaben bezüglich eines anderen Schreibprogramms zu kompensieren. Dieses war nötig geworden, um mein komplettes Portfolio im Juli 2025 barrierefrei zu machen. Das stellte ebenso wie die kurz zuvor eingeführten Triggerhinweise einen enormen Arbeitsaufwand dar, was alleine schon höhere Preise rechtfertigen würde. Allerdings habe ich mich nach einer Analyse ähnlich umfangreicher Titel in den Onlineshops erst einmal für weiterhin stabile Buchpreise entschieden.
2025 konnte ich feststellen, dass ein günstiger Vorbestellpreis zumindest in der allerersten Verkaufsphase einer Neuerscheinung besser angenommen wird. Daher möchte ich nicht nur das in den Upfronts für 2026 angekündigte zweite neue diesjährige Werk einen Euro günstiger zur Vorbestellung anbieten, sondern weiterhin daran festhalten.
Begrenzte Teilnahme an einer Leseflatrate
In den letzten Jahren verzichtete ich aus Verdienstgründen auf eine Teilnahme an Leseflatrates. Durch verschiedene Umstände habe ich mich im Februar 2026 allerdings dazu entschieden, wenige meiner Bücher wieder für Skoobe freizugeben. Hierfür habe ich mir strenge Regeln gesetzt: Ich nehme nicht mehr mit meinem ganzen Repertoire, sondern mit maximal drei Titeln gleichzeitig teil. Diese sollen für etwas Abwechslung gelegentlich rotieren. Ältere Titel, die (noch) keine Neuausgabe erhalten haben, sind von der Veröffentlichung ebenso wie Bücher, die in den letzten zwei Jahren (neu) erschienen sind, ausgeschlossen. Ersteres soll negativen Rezensionen entgegenwirken, letzteres der Kaufunlust.
Im besten Fall werden Nutzende dieser Leseflatrate bei Gefallen ihrer Ausleihe auf weitere Werke von mir aufmerksam, die sie dann in einem Shop ihrer Wahl kaufen. Wann welches Buch über Skoobe erhältlich ist, erwähne ich nicht nur auf meiner Aktuelle Projekte - Seite und in gelegentlich geschalteten Werbeanzeigen auf der Startseite, sondern auch auf den jeweiligen Detailseiten der ausgewählten Titel. Darüber hinaus plane ich die Leihtitel der Übersichtlichkeit halber in Kürze in meinem über den Downloadbereich erhältlichen barrierefreien Jahresplan aufzunehmen.
Mögliche Zusammenarbeit mit Bloggenden
Da viele Rezensionsblogs, mit denen ich zusammengearbeitet hatte, unzuverlässig geworden und deren Besprechungen nicht mehr verkaufsfördernd waren, hatte ich die Kooperationen 2022 aufgegeben. Das Kontaktieren neuer Buchblogs und das Planen von pünktlichen Rezensionen anhand von Vorab - Exemplaren war ein erheblicher Aufwand. Zudem wurde die Zahl dieser Präsenzen durch Social Media und die Verschiebung vom gelesenen hin zum gesprochenen Wort ohnehin dezimiert.
Um zu prüfen, wie sich die Rezensionsblogs inzwischen entwickelt haben und ob sich eine Zusammenarbeit (wieder) lohnt, möchte ich erneut in Kontakt mit einigen verbliebenen treten. Durch andere weggefallene Aufgaben, auf die ich in den übernächsten beiden Punkten eingehe, habe ich wieder die Kapazität, um neue Kontakte aufzubauen. Vielleicht ergibt sich daraus eine Zusammenarbeit.
Minimalistischere Website
Neben meinem minimalistischen Privatleben möchte ich fortan auch diese Website mit reduzierten Elementen unterhalten. Eine Reihe von Änderungen habe ich im Frühjahr 2026 durchgeführt: die Triggerhinweise reduzierte ich auf das Wesentliche und integrierte sie direkt in die Buchdetailseiten, was einen zusätzlichen Klick und eine eigene Unterseite spart. Die Links in meinen Werken habe ich dementsprechend aktualisiert. Die Nachhaltigkeitsseite löschte ich ebenfalls, nahm die wichtigsten Punkte aber in den FAQs auf, die ich bald überarbeiten möchte. Die Leseempfehlungen sollen künftig lediglich dort weiter ausgeführt werden. Die Startseite räumte ich etwas auf, verkleinerte den Werbeheader und gestaltete die Author - Seite übersichtlicher.
Nach den 2024 zuletzt durchgeführten Dateneinsparungen habe ich 2026 noch einmal alle Cover sowie manche Bilddateien weiter verkleinern können, was schnellere Ladezeiten und weniger belegten Speicherplatz bedeutet. Letzteres hilft die Kosten für meinen Internetauftritt gering zu halten. Statt separater Neu / Neuausgabe - Buttons schreibe ich die Angabe jetzt auf bzw. unter das Cover. Das bringt optisch etwas Ruhe in die Anzeigen, deren Dateien nicht mehr regelmäßig aktualisiert werden müssen.
Verringertes Schreiben und weniger Vorausplanung
Seit 2015 schreibe ich pro Jahr mehr, als ich publiziere, wodurch sich mit der Zeit viele Manuskripte angesammelt haben, die ich nach und nach überarbeiten und zur Veröffentlichung freigeben möchte. Seit dem Krisenmodus verfasse ich jedoch weniger als früher, was sowohl neue Geschichten, als auch neue Beiträge für diese Website anbelangt. Konnte ich 2025 noch einige unerwartete Projekte anstoßen, werde ich in Zukunft wegen meiner angeschlagenen Gesundheit und privaten Belastungen definitiv noch weniger schreiben.
Normalerweise plane ich, auch wegen meines mittlerweile großen Vorlaufs, nahe und ferne Neuerscheinungen, was mir zeitliche Puffer ermöglicht. Seit 2023 geht das allerdings nicht mehr weit im Voraus, sondern nur noch Jahr für Jahr. Nichtsdestotrotz konnte ich danach noch zwei Jahre lang weitere Pläne für die Zukunft erstellen, was sich nun ebenfalls ändern wird. Davon ist mein Internetauftritt ebenfalls betroffen, den ich mittlerweile jährlich verlängere, weil mich der Abschluss eines Buchprojekts, die Arbeit an einem Beitrag für die Website sowie die Erstellung von Neuausgaben inzwischen viel Kraft kostet und ich nicht weiß, ob ich diese im Folgejahr überhaupt noch habe.
Korrekturen im Jetzt und mehr Erholung
Statt auf das Schreiben weiterer Geschichten werde ich mich künftig erneut mehr auf die Korrektur bereits erstellter Rohfassungen konzentrieren. Bis 2025 tat ich dies selbst für zeitlich entfernte Projekte, seitdem widme ich mich aber nur noch Büchern, die ich in diesem und im nächsten Jahr voraussichtlich publizieren werde. Dadurch kann ich mich zumindest wieder mehr aktuellen Manuskripten widmen.
Die letzten Jahre habe ich verbissen an neuen Projekten gearbeitet, was einerseits den Vorteil hatte, dass ich in dieser schweren Zeit und künftig davon profitieren kann, mich andererseits aber ausgelaugt hat. Die vergangenen Monate haben mir gezeigt, dass ich größere Erholungsphasen benötige und ich mein Hauptaugenmerk nicht mehr auf meine freiberufliche Autorentätigkeit, sondern auf mein Privatleben und meine Gesundheit richten sollte. Daher bin ich schon vor Monaten erstmals aus meiner Schreib - und Korrekturroutine ausgebrochen und habe stattdessen private Projekte verfolgt, mal selbst wieder etwas von anderen Schreibenden gelesen (wozu ich seit Jahren kaum noch gekommen bin) und mir Erholung verordnet. Auch wenn die Veränderung meiner lange praktizierten Schreibgewohnheiten nicht leicht war und noch immer nicht ist, ist das dringend nötig.
Fazit
Mit meinem dritten und voraussichtlich letzten Fahrplan versuche ich den anhaltenden gesunkenen Einnahmen weiter entgegenzusteuern. Mit überarbeiteten Keywords verspreche ich mir das literarische Ankommen in der gesellschaftlichen Mitte und mit einer begrenzten Teilnahme an Leseflatrates die Anwerbung neuer Kundschaft. Erst einmal halte ich weiter an stabilen Preisen und einem höheren Rabatt während der Vorbestellungsphasen fest. Weil viele Angebote des letzten Jahres nicht zielführend waren, veranstalte ich Sales erneut nur noch für größere Anlässe. Zudem investiere ich weniger Zeit in das Schreiben und Korrigieren von zukünftigen Texten, sondern konzentriere mich lieber auf das Jetzt. Daneben versuche ich mich mehr zu erholen und eine andere, deutlich gemäßigtere Routine zu etablieren, wozu auch ein minimalistischerer Internetauftritt gehört. Einen Teil der freigewordenen Kapazitäten könnte ich für eine mögliche neue Zusammenarbeit mit Bloggenden nutzen.
Nach wie vor berichte ich hier transparent über aktuelle Entwicklungen, sowohl was jene hinter den Kulissen, als auch meine weiteren Pläne betrifft. Von den genannten Maßnahmen erhoffe ich mir positive Auswirkungen auf den Umsatz. Ob mein Fahrplan für die Zukunft erfolgreich ist, werde ich allerdings erst mit der Zeit wissen.
