Archiv: Massive Probleme bei "Cryptal City 3": Absturz, Datenschaden, alles aus?
Hinweis: Dieser Beitrag erschien ursprünglich am 19.09.2019 auf meinem ehemaligen Autorenblog. 2026 wurde er von mir leicht überarbeitet und als Archivbeitrag auf dieser Website neu hochgeladen.
Kurz vor der Veröffentlichung von Cryptal City 3 – Zerstörung möchte ich über einen großen Schock berichten. Weshalb mir hinter den Kulissen das Blut in den Adern gefroren und ob die Veröffentlichung meines letzten Romans nun in Gefahr ist, erfährst Du jetzt.
Ein folgenreicher Computerabsturz
Ich habe sehr lange und sehr hart an dem Abschluss der in Cryptal City begonnenen Geschichte gearbeitet. Mit dem dritten Band habe ich noch einmal alle meine schriftstellerischen Fähigkeiten herausgefordert und unter Beweis gestellt. Doch fast wäre das Buch für immer verloren gewesen, denn als ich mich an die ersten Überarbeitungen überhaupt begab, stürzte mein Laptop plötzlich ab. Gut, das war schon öfter vorgekommen, allerdings ließ er sich dieses Mal nicht mehr starten. Ich begann bereits leicht zu schwitzen, als es nach einigen (endlos langen) Minuten dann doch funktionierte. Aber als ich die Textdatei von Cryptal City 3 – Zerstörung öffnen wollte, wurde mir bloß eine binäre Folge von Zahlen und Buchstaben angezeigt. Kannst Du Dir diesen Schock vorstellen? Das Manuskript war schließlich bereits abgeschlossen!
Jede schreibende Person kann vermutlich erahnen, wie mir in diesem Moment zumute war. Klar, einzelne Sätze hatte ich noch im Kopf und der Storyverlauf stand dank meiner Notizen auch, aber die komplette Handlung war einfach weg. Über zweihundert Seiten!
Rettungsversuche
Diese bittere Erkenntnis ließ mich nicht mehr nur zu schwitzen, sondern in einen regelrechten Schock verfallen. Meine monatelange Arbeit war durch einen simplen Computerabsturz vernichtet, der die Urfassung von Cryptal City 3 unwiederbringlich zerstört hatte – so wie auch mich, denn ich war ebenfalls am Boden zerstört. In den folgenden Tagen versuchte ich, die kaputte Datei zu reparieren und wenigstens ein paar der rund 30 (!) Kapitel zu retten, aber kein Programm war dazu in der Lage. Ich konnte an nichts anderes als die verlorene Arbeit mehr denken. Zugleich wurde mir schmerzlich bewusst, dass es das mit der verborgenen Stadt gewesen war. Einen kompletten Roman in diesem beträchtlichen Umfang noch einmal zu verfassen, kam für mich – bei aller Liebe – nicht in Frage.
Durch das Schreiben dessen war ich ermüdet und ausgelaugt und wusste, dass ich selbst bei einem zweiten Anlauf nie die Qualität erreichen konnte, die das ursprüngliche Manuskript besessen hatte. Wichtige Verbindungen zu den beiden bereits erschienenen Romanen sowie kleinere Handlungsstränge, die ich mir nicht notiert hatte und die sich spontan beim Schreiben ergeben hatten, wären für alle Zeit verloren gewesen. Sogar die Dialoge, in die ich so viel Herzblut gelegt hatte, wären zum größten Teil nicht wieder reproduzierbar gewesen. Nachdem weitere Tage vergingen, dachte ich zähneknirschend darüber nach, einen Kurzroman – oder in meiner desolaten Verfassung eher eine Kurzgeschichte – zum Abschluss zu schreiben, wusste aber sogleich, dass ich damit kein würdiges Ende gestalten konnte. Wie denn auch? Immerhin passt eine mehr als 200 Seiten starke Erzählung nicht in ein 20 oder 70 Seiten umfassendes Buch!
Glück im Unglück
Ich war am Boden zerstört, verzweifelt und habe nicht nur eine Träne vergossen. Monatelang hatte ich Tag für Tag, manchmal sechs Stunden hintereinander, am Finale geschrieben, für das ich ein letztes Mal gedanklich nach Cryptal City zurückgekehrt war. Der Schreibprozess hatte mir alles abverlangt, danach fühlte ich mich, als wenn mein Gehirn zu Brei geworden wäre. Tatsächlich wollte ich gar nicht mehr schreiben – erst recht nicht an dieser Geschichte – weil ich eine Pause mehr als dringend benötigte.
Nur durch Zufall entdeckte ich später den Text von Cryptal City 3 – Zerstörung auf meinem E – Reader, den ich dort zum ersten Korrekturlesen aufgespielt hatte. Mir fiel kein Stein vom Herzen, sondern ein wahrer Geröllberg! Tatsächlich fand sich das komplette Manuskript in seiner ursprünglichen Fassung darauf, aber es steckte bereits im handelsüblichen Layout und war konvertiert, sodass ich mit dieser Datei auf den ersten Blick nichts anfangen konnte. Es gab nur einen Weg, um die Veröffentlichung meines letzten Romans doch noch zu retten: ich musste eine neue Datei anlegen und alles mühsam abtippen!
Datenrettung und Überarbeitung
So verbrachte ich tatsächlich einige Wochen damit, das komplette Manuskript auf diese Art wiederherzustellen. Einerseits erleichterte mich der wiedergefundene Text natürlich ungemein, aber andererseits laugte mich diese Datenrettung weiter aus, sodass ich nach etlichen Monaten und den Wochen, die es benötigte, um den kompletten Roman abzutippen, endlich eine Pause einlegen konnte. Wohlverdient, wie ich finde.
Die Urfassung war nun also wieder da – damit war es aber selbstverständlich nicht getan, denn schließlich wollte diese auch noch überarbeitet werden – und das nicht nur einmal. Dialoge mussten geschliffen, Figuren deutlicher gezeichnet und einige Handlungsstränge überarbeitet werden. Dafür gingen weitere Monate (nach der Pause) ins Land, einige weitere folgten für den Klappentext, den ich immer wieder veränderte und schließlich die Werbung und die Beiträge auf meinem Onlineauftritt. Durch den PC – Absturz sind zugleich alle Notizen zu meinen bereits erschienenen Büchern unwiederbringlich zerstört, was ich im Vergleich zum kompletten Verlust des Trilogie – Abschlusses aber für nicht so tragisch halte.
Trotz aller Schwierigkeiten im Vorfeld wird Cryptal City 3 – Zerstörung planmäßig am 14. November 2019 erscheinen. Zur Vorbestellung ist mein letzter Roman für nur 0,99€ statt 3,99€ in diversen Shops erhältlich. Zuletzt bleibt die Frage, ob Omega beim Computerabsturz wohl seine Finger im Spiel hatte?
