10 Jahre "Helldog": Ein netter Hund und ein Kurzfilm
Im Rahmen der 10 Jahre - Reihe möchte ich auf die Entstehung meiner dritten losen veröffentlichten Kurzgeschichte, Helldog, eingehen. Schaue Dir ein exklusives Bild aus meinem privaten Filmprojekt an und erfahre, weshalb ich mit gemischten Gefühlen auf die Buchentstehung zurückblicke!

Vom Kurzfilm zum Buch
Nachdem ich 2014 zum ersten Mal Cujo aus dem Jahr 1983 gesehen hatte, war ich so fasziniert von dem Thema eines wildgewordenen Hundes, dass nur wenige Wochen später mein privater Kurzfilm entstand. Dafür erfand ich eine eigene Geschichte, für deren tierische Hauptrolle ich meinen Hund vorsah. Die mehrwöchigen Dreharbeiten waren teilweise nicht ganz leicht, da er seinen eigenen Kopf hatte und nicht immer das vor der Kamera ausführen wollte, was ich geplant hatte. Doch nach einigen Pausen und gutem Zureden klappte es dann doch. Den Rest erledigte die berühmte Filmmagie.
2015, nachdem ich bereits einige Kurzgeschichten lose und als Sammlungen veröffentlicht hatte, wollte ich schließlich aus diesem Projekt ein neues Buch fertigen. Dafür dachte ich mir eine etwas andere Rahmenhandlung aus, übernahm aber so gut wie alle Szenen aus meinem selbstgedrehten Filmprojekt und wandelte diese für mein Manuskript um. Zur Vorbereitung sah ich es mir noch einmal an, denn so wie mein Rüde bereits dafür die Hauptinspiration darstellte, tat er dies auch für meine Kurzgeschichte. Beim Schreiben dieser kannte ich ihn vier Jahre und hatte schon etliche schöne, aber auch negative Zeiten mit ihm erlebt. All das ließ ich in die Figurenentwicklung des Höllenhundes einfließen, wobei ich in den Angriffsszenen natürlich verstärkt auf die Fiktion zurückgriff, da er charakterlich das genaue Gegenteil meiner Buchfigur war.
Probleme beim Schreiben
In meiner Bewegtbildvorlage übernahm ich jene Rolle, aus der ich für Helldog später die Figur namens Lucas formte. Meine ersten Erfahrungen im Schreiben halfen mir dabei, mich auch in dessen Partner Kevin und die anderen Charaktere hineinzuversetzen. Die Geschehnisse verfasste ich in der auktorialen Erzählperspektive, wodurch ich Lesenden einen guten Gesamtüberblick geben konnte. Weil die Handlung in einem engen Zeitrahmen passierte und meine eigene Vorlage nur 22 Minuten lang war, entschied ich mich dazu, aus dem Stoff keinen Roman, sondern eine Kurzgeschichte zu machen. Im Gegensatz zu dem Dreh war das Schreiben der Angriffe wesentlich einfacher. Dennoch litt ich bei diesem Buch teilweise an Ideenlosigkeit, weil ich mir nach den beiden The Maniac Street - Bänden keine ausreichende Pause gegönnt hatte.
So tauchten bei manchen Szenen Probleme auf, beispielsweise, als der Höllenhund Kevin´s Leiche im vierten Kapitel in das Arbeitszimmer zog. Dadurch musste ich Lucas´ Aufenthalt darin beschränken, da er ihn nicht entdecken, sondern lediglich dessen Verwesungsgeruch bemerken sollte. Etwas zu einfach und auch deprimierend fand ich sein im fünften Kapitel zubereitetes Nudelgericht, welches ich in der ersten Fassung dennoch so veröffentlichte. Mit dem abgehackten Schreibstil und dem Ende war ich ebenfalls nicht ganz zufrieden. Ehrlicherweise verfügte ich damals aber noch nicht über eine ausreichende Erfahrung, um diese Probleme angehen zu können. Das sollte erst 2025 erfolgen, als ich Helldog eine Neuausgabe spendierte und nach knapp zehn Jahren umfassend überarbeitete. Dabei konnte ich nicht nur einen neuen Klappentext erstellen, sondern auch den Inhalt sprachlich verbessern und die knappen Beschreibungen deutlich erweitern, wobei rund 4.000 zusätzliche Wörter entstanden. Neben meinem Buch, den Lesenden und mir selbst, war ich es nicht zuletzt auch meinem Hund schuldig, dass die Geschichte, zu der er mich inspiriert hatte, damit an Professionalität gewann.
Freude am dramatischen Ende und dem Folgenden
Sehr zufrieden war ich allerdings schon damals mit der Entscheidung, meine beiden menschlichen Hauptfiguren sterben zu lassen. Ich weiß nicht mehr, ob ich dies von Anfang an geplant hatte, sah aber auf jeden Fall Kevin dafür vor. Doch indem ich kurz danach auch noch Lucas von dem Höllenhund töten ließ, schuf ich ein wahrhaft dramatisches Ende. Nie davor und bis heute nie danach habe ich in einem ähnlich umfangreichen Werk für alle wichtigen Figuren den Tod vorgesehen. Dies soll das Alleinstellungsmerkmal von Helldog bleiben. Das Schreiben dieser erbarmungslosen Szene hat mir mit die größte Freude am Manuskript bereitet.
Auch wenn ich mit eher gemischten Gefühlen auf dessen Entstehung zurückblicke, habe ich positive an das Drumherum. Auf dem Cover von Helldog wollte ich nämlich meinen eigenen Hund ablichten. Damals fertigte ich die Bildmotive dafür noch komplett selbst an, sodass ich ein Foto meines bellenden Vierbeiners nutzte, welches ich an einem Originaldrehort für den Kurzfilm aufgenommen hatte. Dieses bearbeitete ich, um ihn bedrohlicher aussehen zu lassen und färbte die waldähnliche Umgebung rot ein, um optisch auf die blutige Erzählung aufmerksam zu machen. Das im Buch beschriebene rote Licht bildete ich ebenfalls darauf ab.

Neues Cover, neue Aufnahmen
2017, als ich im Zuge meiner gestiegenen Professionalität hochauflösende Motive aus CC0 - Lizenzen nutzte, musste ich wohl oder übel nach einem neuen Hintergrundmotiv suchen. Dies fand ich in einer verlassenen Straße und einer trostlos und einsam wirkenden Landschaft. Fest stand, meinen Hund weiterhin auf dem Cover zu zeigen, doch dafür musste ein Foto in besserer Qualität her, schließlich hatte ich sowohl meinen Film, als auch das erste Covermotiv mit lediglich rund 4 Megapixeln aufgenommen. Zwischenzeitlich besaß ich ein anderes Smartphone mit höherer Auflösung, weshalb ich ein neues Shooting veranstaltete. Weil ich für die Aufnahme keinen gleichzeitigen Hintergrund mehr benötigte, führte ich es im heimischen Wohnzimmer durch. Dazu zog ich eine große weiße Leinwand aus, positionierte zwei Filmlampen und stellte einen Holzhocker mit etwas Abstand davor. Anschließend ließ ich mein tierisches Motiv auf dem Hocker Platz nehmen und zur Seite schauen.
Die Bilder waren relativ schnell im Kasten, mussten danach aber ebenfalls bearbeitet werden - dieses Mal jedoch mit weniger starken Verfremdungen. Im Zuge der Neuausgabe überarbeite ich 2025 das Cover, fügte neben einem kleineren Autorennamen ein Ortsschild und einen komplett neu angefertigten Ausschnitt meines Hundefotos ein, welches ich für moderne Sehgewohnheiten nachschärfen konnte. Heute bin ich sehr dankbar für diese Aufnahme, da er ein Jahr danach leider ziemlich krank verstarb. Daher widmete ich ihm mein Buch nachträglich.
Nachfolgend möchte ich eine Szene aus meinem privaten Filmprojekt zeigen:

Viele Erinnerungen
Für diesen Beitrag kehrte ich an einen erinnerungsträchtigen Ort zurück: zu der einsam gelegenen Landschaft, wo 2014 die Außenszenen für das Filmprojekt entstanden waren. Schon Jahre zuvor war ich mit meinem Hund an dieser Stelle spazieren gegangen, damals hatte ich aber natürlich noch nicht gewusst, dass sie einmal eine Kulisse darstellen würde. Nach dem Dreh gingen wir weiterhin an jenem Platz entlang und erstellten 2015 hier schließlich die erste Coveraufnahme. Nach seinem Tod wurden meine Besuche allerdings seltener, weil sie schmerzhafte Erinnerungen zutage förderten. Schließlich suchte ich das Gelände gar nicht mehr auf, auch wenn ich hin und wieder das Verlangen danach hatte.
Nun begab ich mich nach über vier Jahren wieder dorthin, um meine Erinnerungen aufzufrischen. Es war eine sonnige, für meinen Geschmack etwas zu warme Mittagsstunde. Weil bereits alle Bäume blühten, konnte ich mich nicht so gut orientieren und lief zuerst einen falschen Weg entlang. Als ich jedoch von weitem das früher besuchte Areal sah, war mir wieder klar, welchen Pfad ich nehmen musste. Da ich mir vor meinem Aufbruch den Screenshot von einst angesehen hatte, wusste ich, welche Stelle ich damals als "Höllengrube" genutzt hatte und aus welchem Winkel ich das aktuelle Foto schießen musste. Danach packte ich mein Smartphone weg und hielt einen Moment inne, um mich an vergangene Zeiten zu erinnern. Mein Hund war hier oft ohne Leine herumgetobt, denn es waren nur selten andere Artgenossen zugegen gewesen. Für mein Filmprojekt hatte ich ihn mit seinem mitgenommenen blauen Hartgummiball spielen lassen, den ich ihm gezeigt hatte, um ihn an der Kamera vorbeilaufen zu lassen. Einige Meter weiter waren dann 2015 die Aufnahmen für mein erstes Cover entstanden, wobei mir der zurückgehaltene Ball beim bildlichen Einfangen seines Bellens geholfen hatte. Natürlich hatte er ihn danach bekommen.
Nach meinem etliche Jahre später angefertigten Foto ging ich noch etwas die übliche Strecke entlang und machte mich anschließend auf den Heimweg. Zuhause verglich ich die neue Aufnahme mit der alten und stellte fest, dass sich ziemlich wenig verändert hatte: Der Pfad war weniger begrünt als vor über zehn Jahren. Die Baumkronen waren ein Stück höher und breiter gewachsen und einige Sträucher dazugekommen. Lächeln musste ich schon vor Ort, weil es einige Tage zuvor geregnet hatte und an der gleichen Stelle wie damals eine Wasserpfütze entstanden war, die jetzt allerdings nicht frisch, sondern schon fast wieder ausgetrocknet war. Trotz der Umstände hatte mir der Besuch dieses Ortes etwas Kraft gegeben, mir viele Erinnerungen zurückgebracht und mich für die zuvor erfolgte Arbeit an der Neuausgabe belohnt.
Fazit
Auch wenn ich mit gemischten Gefühlen auf den Schreibprozess von Helldog zurückblicke, habe ich doch positive an das Filmprojekt, auf dem das Buch basiert und an die Anfertigung der Covermotive. So wie der Ort, an dem die privaten und öffentlichen Aufnahmen entstanden, mich immer an die schöne Zeit mit meinem Vierbeiner erinnern wird, vermag es auch meine Kurzgeschichte. Mit der 2025 erschienenen Neuausgabe konnte ich meinen Frieden mit der problematischen ersten Fassung schließen und die Handlung so verbessern, wie es mir ein Jahrzehnt zuvor aus mangelnder Erfahrung nicht gelungen war. Auch wenn mein Hund leider vor einigen Jahren gestorben ist, lebt ein Teil von ihm in meinem Werk weiter.
Zur Feier des zehnjährigen Jubiläums ist Helldog vom 02.08. - 13.08.2026 für nur 2,49€ statt 3,49€ in diversen Shops erhältlich!
