Archiv: "Tödliche Krähen": Die unendliche Motivsuche

21.12.2017

Ein passendes Buchcover zu suchen, ist nicht immer leicht. Bisher am schwierigsten war es für mich, ein Motiv für Tödliche Krähen zu finden. Eine Geschichte von Tricks, um das Beste aus meinen Aufnahmen herauszuholen sowie einer unendlichen Motivsuche...

Hinweis: Dieser Beitrag erschien ursprünglich am 21.12.2017 auf meinem ehemaligen Autorenblog. 2026 wurde er von mir leicht überarbeitet und als Archivbeitrag auf dieser Website neu hochgeladen.

Meistens habe ich schon eine grobe Idee für ein Cover, wenn ich die Inhaltsangabe einer neuen Geschichte schreibe und die Rahmenhandlung feststeht. Das war auch bei Tödliche Krähen der Fall, wo ich mich nach einigen geschriebenen Seiten schon auf die Suche nach einem geeigneten Motiv begab. Ich wusste, dass ich unbedingt echte Krähen auf meinem Cover abbilden wollte und da ich nicht nur häufig welche sehe, sondern auch das Manuskript im Herbst geschrieben habe, sollte es eigentlich kein schwieriges Unterfangen werden – dachte ich.
Insgesamt begab ich mich eineinhalb Jahre lang (!) auf die Suche nach passenden Motiven und damit weit über die Entstehungszeit der Rohfassung hinaus. Dabei fotografierte ich aus Fenstern, unter Bäumen hindurch, auf einem frisch umgegrabenen Acker oder in den Himmel hinein. Es war wirklich sehr anstrengend!

Der erste bildliche Cover – Entwurf hielt dann endlich etwas fest: einen riesigen Schwarm Flugenten, die ich beim Spazieren in einer anderen Stadt entdeckte. Im Schatten der Sonne reichten sie nah an meine gewünschten Krähen heran und stellten eine kritische Situation auf der fiktiven Insel Arcane Island dar. Aber im weiteren Korrekturverlauf von Tödliche Krähen störte mich die schlechte Bildqualität, da ich häufiger mit Filtern gearbeitet hatte und so war aus der ohnehin nicht ganz hochwertigen Aufnahme eine qualitativ noch etwas schlechtere geworden.

Also begab ich mich erneut auf Motivsuche. Krähen sind nicht dumm, das zeigte sich mir auch, wenn ich mal mit mehr und mal mit weniger Abstand zu ihnen versuchte, den Auslöser zu betätigen. Das Ergebnis war immer gleich: sie flogen noch vor dem Abknipsen weg. Manchmal kam ich jeden Tag zur gleichen Stelle und versuchte mein Glück. Teilweise wochenlang in unregelmäßigen Abständen. Es war zum Verzweifeln, wodurch ich langsam alternative Cover – Ideen entwickelte, doch meinen Wunsch, echte Krähen abzubilden, wollte ich nicht begraben. Ich investierte sehr viel Zeit, um brauchbare Aufnahmen zu erhalten, was jedoch nie von großem Erfolg gekrönt war.

Nach einigen Monaten hatte ich auf dem Parkplatz eines lokalen Restaurants ein zweites Motiv: eine Krähe, relativ nah in einem herbstlichen Baum. Doch auch hier wollte ich Farbfilter einsetzen, die die Bedrohung, die von den Tieren im Kurzroman ausgeht, verstärken. Ich arbeitete einige Wochen mit dem Motiv, verwarf es dann aber letztendlich wieder aus Qualitätsgründen. Teilweise ärgerte ich mich über meinen Perfektionismus – aber ich wollte es eben richtig machen. Also griff ich zu einem Trick:

Ich schrieb eine Familie aus der Umgebung an, kaufte ihnen ihre Krähen – Attrappen ab und ging mit diesen zu verschiedenen Orten in der Natur, genau dorthin, wo auch ihr echtes Pendant lebte, welches mir einfach keine brauchbaren Aufnahmen schenken wollte. Mit den Plastikvögeln stellte ich verschiedene Szenarien dar und war mit dem Ergebnis letztendlich zufrieden. Zwar hatte ich meinen Vorsatz, reale Krähen abzubilden, nicht halten können, dafür war die Bildqualität erheblich besser und ich war mit meinem gewählten Motiv zufrieden.

Erstmal, denn ich stellte weitere Wochen später das Cover abermals auf den Kopf, da ich im Sommer erstmals an einer Art Farm vorbeiging, die in meinen Augen einfach stellvertretend für Arcane Island stand. Es war wirklich der Wahnsinn, wie gut die Location passte. Da die echten Krähen nicht wollten, ging ich im Herbst, nachdem die Bäume ihre Blätter abgeworfen hatten, erneut dorthin und positionierte meine Krähen – Attrappe auf einem weißen Zaun. Nach vielen Stunden der Bearbeitung war ich von dem Ergebnis überwältigt und entschied, dass es das finale Cover werden wird.

Aber... da ich im Sommer 2017 alle meine Cover von eigenen Aufnahmen auf CC0 – Lizenzen umgestellt habe (LINK ZU BEITRAG EINFÜGEN), musste ich auch jenes für Tödliche Krähen erneut überarbeiten, weil mein Cover zwar qualitativ hochwertig war, aber nicht mehr mit den restlichen mithalten konnte. Nun suchte ich also keine realen Krähen mehr, sondern Bilder von ihnen und erstellte das aktuell verwendete Cover mit viel Liebe zum Detail. Übrigens zeigt es fast haargenau das gleiche Motiv, welches ich mit meinen letzten eigenen Aufnahmen ebenfalls darstellte. Nur sitzt jetzt keine Attrappe auf dem Zaun, sondern endlich eine echte Krähe...

Tödliche Krähen kann derzeit in diversen Shops vorbestellt werden! Mein vierter Kurzroman erscheint am 21. Februar 2018.

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