Archiv: Meine Erfahrung mit dem "Micky Maus Magazin"
Hinweis: Dieser Beitrag erschien ursprünglich am 16.05.2019 auf meinem ehemaligen Autorenblog. 2026 wurde er von mir leicht überarbeitet und als Archivbeitrag auf dieser Website neu hochgeladen.
In diesem Beitrag möchte ich über alte und neue Erfahrungen mit dem bekannten Micky Maus Magazin schreiben, Kritik an der neuen Verpackung äußern und eine nostalgische Erinnerung wiederaufleben lassen. Immerhin ist die Micky Maus das Kultheft schlechthin!
Kindheitserinnerungen
Als Kind hatte ich sehr gerne das Micky Maus Magazin gelesen, bekam das Heft mit den bunten Comics und dem spannenden Spielzeug aber nur sehr selten. Oft musste ich regelrecht betteln – und das, obwohl das Magazin damals nur 1,80 DM gekostet hat. Es waren arme Zeiten für mich und ich war traurig, wenn ich einen der Fortsetzungscomics nicht lesen oder ein bestimmtes Spielzeug nicht bekommen konnte. Wenn ich für meine Oma und einen Nachbarn zum Kiosk gegangen war, um dort meist früh morgens um 7 Uhr ihre Zeitschriften abzuholen, bekam ich ein paar Pfennig, sodass es mir dann eben möglich war, das Heft zu besorgen.
Ich sammelte jene Ausgaben, die ich bekam, in einem Regal und nutzte das Spielzeug ausgiebig. Am meisten hatten mir die Detektiv - Sets zugesagt, vor allem auch die Halloween – Ausgaben mit den beigelegten Stoffmasken. Zudem verbinde ich mit den Beyblades schöne Erinnerungen. Die Geschichten las ich mehrfach, konnte stundenlang darin versinken, nahm das Magazin mit in die Grundschule und las es vor dem Schlafengehen. Mit der Zeit wurde ich älter, wodurch allerdings das Interesse an der Zeitschrift nachließ.
Auch heute noch ein interessantes Heft
Nun, nach über zehn Jahren, hatte ich das Micky Maus Magazin neu für mich entdeckt und stellte fest, dass es auch heute noch ein interessantes Heft ist. Mittlerweile kostet es wahnsinnige 3,70€ – doch als ich vor einiger Zeit das erste Mal wieder darin las, freute ich mich über die tollen und zwischendurch lustigen Geschichten. Onkel Dagobert ist noch genauso geizig, wie früher; manchmal beweist er je nach Handlung aber auch gegen Ende eines Abenteuers sein großes Herz. Donald hat ebenfalls mehrere Facetten: in den meisten Geschichten ist er ein Pechvogel, wie die meisten ihn kennen. In einigen übt er allerdings kuriose Berufe aus, in denen er der Beste seines Faches ist und von seinem Umfeld bewundert wird. Neben seinen Neffen, seiner ewigen (mal mehr oder mal weniger gut gelaunten) Verlobten und seinem Kontrahenten sind auch Micky - Abenteuer enthalten, die ich jedoch meist überspringe.
Der über das ganze Magazin verteilte redaktionelle Teil hält Wissenswertes bereit. Unter den Geschichten sind oft thematisch dazu passende Infos platziert, zudem gibt es kleine Experimente, die meist naturwissenschaftliche Phänomene behandeln. Der Entenhausener Kurier auf der Rückseite verkündet dagegen vermeintliche Neuigkeiten aus dem tierreichen Ort.
Kritik am unnötigen Plastikverbrauch
Als Erwachsener habe ich inzwischen ein etwas anderes Blickfeld, wenn es um den Plastikverbrauch der Zeitschrift geht. Wahrscheinlich aus Diebstahlgründen gibt es das Micky Maus Magazin derzeit nur noch in Plastikfolie eingepackt. Das Spielzeug selbst besteht so gut wie immer aus Plastik – und ist für mich nicht mehr interessant. Statt Gummitiere, Bastelbögen oder Sammelkarten beizulegen, sind es jährlich Wasserpistolen, Fußballkicker, Scherzartikel. Ob Plastikspielzeug und ein in Folie eingetütetes Heft heutzutage wirklich sein müssen oder länger haltende, nachhaltige Alternativen besser wären, beantwortet am besten jeder Entenhausen – Fan für sich selbst.
Statt des Spielzeugs geht es mir heute um die Comics. Die Tatsache, dass in dem etwa sechzig Seiten umfassenden Inhalt nur drei bis vier Seiten Werbung enthalten sind, finde ich im Gegensatz zum unnötigen Plastikverbrauch mehr als vorbildlich, denn heutzutage bestehen andere Printmagazine zum Großteil nur aus (uninteressanter) großflächiger Werbung.
Höhere Preise dank allgemein gesunkenem Interesse
Nachdem ich mich näher mit dem Micky Maus Magazin auseinandergesetzt
hatte, stellte ich fest, dass die Redaktion neben aktuellen Comics ältere
auswählt, was meist am Bildrand des ersten Panels ersichtlich ist. Früher
dachte ich noch, dass sämtliche Comics für jede Ausgabe neu gezeichnet werden
würden.
Sorgen machte mir nicht nur die gelegentlich angehobenen Preise, sondern vor allem der Grund
dafür: die Lesenden des Micky Maus Magazins sterben aus. Laut Wikipedia gab
es im Jahr 2010 nur noch 0,627 Millionen Fans. In der Anfangszeit des
Heftes interessierten sich mehr Kinder und Erwachsene dafür. Der Großteil wird noch immer von letzteren gebildet. Die rückläufigen Verkäufe sind ein
Grund für die immer mal wieder angehobenen Preise. Ein anderer mag im allgemein gesunkenen Interesse an Disney - Comics liegen. Dadurch bekommen selbst Personen,
die die Ausgaben penibel mit unbenutztem Spielzeug sammeln, kaum noch
etwas für ihre jahrzehntelange, liebevolle Aufbewahrung.
Veränderte Lesegewohnheiten
Da sich neben meinem Leben auch meine Lesegewohnheiten in dem vergangenen Jahrzehnt komplett geändert haben, bin ich anschließend auf das plastikfreie Lustige Taschenbuch umgestiegen. Mittlerweile lese ich dieses digital, sodass für meine Comic - Unterhaltung kein Papier mehr verschwendet werden muss. Leider gibt es das Micky Maus Magazin trotz des digitalen Wandels bisher nicht als digitale Version und es ist auch nicht möglich, ein digitales Abo abzuschließen. Hier verpasst Ehapa meiner Meinung nach den Anschluss an moderne Lesegewohnheiten und ein umweltbewusstes Publikum.
Ungewisse Zukunft und Fazit
In einem Interview wusste Chefredakteur Peter Höpfner nicht, ob es das Micky Maus Magazin 2025 noch geben wird – diese Aussage erschreckte mich. Würde sie eintreffen, würden zahlreiche Kinder künftig nicht mehr in den Genuss dieses tollen Heftes kommen. Um zu versuchen, das Unheil abzuwenden, wollte ich den Herausgeber, den Ehapa – Verlag, unterstützen und schloss kurzerhand ein Abo ab. Dadurch konnte ich mich eine Zeitlang an dem derzeit drei Mal im Monat erscheinenden Magazin erfreuen.
Davon abgesehen sind die fröhlichen Comics aus Entenhausen ein perfekter Kontrast zu den düsteren Geschichten, die ich als Autor schreibe und von anderen Kreativen lese. Ich hoffe, dass es die LTBs und das Micky Maus Magazin – welches gerne ein paar sinnvolle Neuerungen erfahren dürfte – noch lange geben wird, damit neue Generationen noch lange Freude an den Comics haben können.
Wer das Micky Maus Magazin aus seiner Kindheit im Laufe der Zeit vielleicht vergessen hat, kann sich auf der Verlagsseite darüber informieren.
