Archiv: Halloween - Special 2027: Mysteriöser Lost Place (Teil 1)
Für das diesjährige Halloween – Special halte ich etwas Besonderes bereit: die Begehung eines mysteriösen Lost Places. Nachfolgend mein zweiteiliger, spannender Bericht über seltsame Geschehnisse, die mir wirklich widerfahren sind.
Hinweis: Dieser Beitrag erschien ursprünglich am 23.10.2017 auf meinem ehemaligen Autorenblog. 2026 wurde er von mir leicht überarbeitet und als Archivbeitrag auf dieser Website neu hochgeladen.
Was sind eigentlich Lost Places?
Zu Beginn möchte ich erst einmal auf den Begriff Lost Places eingehen, den sicherlich viele schon einmal gehört haben. Die richtige englische Bezeichnung wäre abandoned premises, doch Lost Places hat sich sprachlich mittlerweile etabliert und bezeichnet eben verlorene Plätze. Meistens sind es verlassene Villen, Fabrikgelände oder andere Ruinen. Schwimmbäder können ebenso dazu gehören wie Schlösser. Zu den ungeschriebenen Regeln für Besuchende solcher Orte gehört es u.a. nichts zu zerstören, keinen Müll zu hinterlassen und dem Gebäude entsprechend würdig gegenüber zu treten. Verschlossenes bleibt verschlossen, was hinsichtlich der Rechtslage eigentlich selbstverständlich sein sollte. Als Souvenir dürfen lediglich angefertigte Fotos und Videos von dem Platz mitgenommen werden, die eine wunderbare Erinnerung oder Dokumentation über den Verfall des jeweiligen Bauwerks darstellen.
Zu den ungeschriebenen Regeln gehört es auch, die Adresse nicht willkürlich preiszugeben, um den Platz vor Vandalismus zu schützen. Daher nenne ich auch den Ort des hier vorgestellten Lost Places nicht, der mir einiges an Abenteuer beschert hat. Das Ganze ist mir im Sommer passiert, aufgrund des Themas, meiner ausführlichen Recherche und der Verarbeitung meiner Erlebnisse, berichte ich darüber allerdings erst an Halloween 2017. Los geht´s!
Ich hätte mich besser vorbereiten sollen, um die Lage meines Lost Places besser
einschätzen zu können, doch das war mir im Vorhinein nicht klar gewesen. So
irrte ich stundenlang umher und war mehr als einmal kurz davor aufzugeben.
Es soll eben nicht sein, ging es mir durch den Kopf.
Wenn ein Ort nicht gefunden werden möchte, sollte es akzeptiert werden. Doch
einen letzten Versuch wollte ich wagen. Es war sehr heiß an dem Tag, weswegen ich
völlig verschwitzt war und merkte, wie mir das Anwesen bereits die Kraft
raubte, ohne dass ich es überhaupt schon betreten oder gar gefunden hatte.
Während ich den Ausflug begann, zeigte sich mir eine Ruine, die zwischen einem
kleinen Wald herausschaute. Sofort kam mir in den Sinn, dass dies mein
gesuchter Lost Place sein könnte, doch direkt an einer vielbefahrenen Straße
und an einer ganz anderen Adresse? Das war unwahrscheinlich, weshalb ich
weiterging. Doch es sollte zum Schluss meines Ausflugs noch eine unglaubliche
Wendung geben...
Um den Weg nicht umsonst zurückgelegt zu haben, fragte ich mir entgegenkommende
Radfahrende und Jogger. Seltsamerweise kannte niemand die Adresse, die ich
zuvor im Internet ausfindig gemacht hatte. Also orientierte ich mich an
Bushaltestellen. Ich lief eine Hauptstraße hoch und runter und wieder zurück
und sah mir die Fahrpläne genauer an. Jetzt wird´s wirklich mysteriös: die
Haltestelle meines Lost Places war von 3 Fahrplänen nur in einem einzigen
eingezeichnet!
Es ist unwahrscheinlich, dass es sich dabei um einen Fehler handelt, denn wie
wollen zahlende Fahrgäste an besagter Bushaltestelle ein – oder aussteigen,
wenn es sie eigentlich gar nicht gibt? Ein Foto der seltsamen Fahrpläne habe
ich aus o.g. Grund nicht angefertigt.
Ich ging wieder zurück zu jenem Fahrplan, in dem die Haltestelle eingetragen
war und sah mir die restlichen Haltestellen genauer an. Diese stimmten mit der
Realität überein. Meiner Vermutung nach wollte die Stadt den Lost Place nicht für den Tourismus
freigeben und hatte deshalb die Haltestelle einfach aus zwei Fahrplänen
ausradiert. Da sich die richtige auf gleicher Strecke wie die anderen befand,
ist es seltsam, dass die verbliebenen Pläne sie nicht anzeigen und ein Bus sie so
auch nicht ansteuern wird.
Die Existenz dieses einen Fahrplans hatte mich meinem Ziel allerdings ein
ganzes Stück nähergebracht. Ich wusste nun, dass ich auf dem richtigen Weg war,
doch wo sollte ich mit der Suche beginnen? Ringsherum befand sich ein weitläufiges Waldstück. Ohne genaue Orientierung war ich darin verloren. Konnte
ich den Lost Place auch auf andere Art finden?
Eine halbe Stunde später machte ich die nächste unerklärliche Entdeckung. Die
Adresse hatte ich nun endlich gefunden, doch das Straßenschild – welches
moosbewachsen und von Gestrüpp umgeben kaum zu erkennen war – wies eine andere
Adresse aus. Ich wunderte mich, da mein Ziel laut Internetbeschreibung an
dieser Stelle liegen musste. Um ganz sicher zu gehen, versuchte ich unter das
Gestrüpp zu kriechen und das etwa zwei Meter hohe Straßenschild davon zu
befreien. Nur die letzten Buchstaben waren zu erkennen, der Rest war verblasst,
doch das Schild wies tatsächlich eine ganz andere Straße aus. Ich sah mir die
Verankerung im Boden genauer an, schließlich erlauben sich Heranwachsende schon
einmal Streiche, in dem sie Schilder vertauschen oder verdrehen. Das war hier
jedoch nicht der Fall, das Schild stand den Spuren nach zu urteilen schon eine
Ewigkeit da.
Um den Lost Place zu finden und die seltsamen Geschehnisse aufzudecken, musste
ich weiterlaufen und auf mein Bauchgefühl hören. Wenige Minuten später zahlte
es sich aus: ich hatte den mysteriösen verlorenen Ort tatsächlich gefunden!
- An dieser Stelle befand sich ursprünglich ein Foto -
Ich streifte durch den Wald, kam an riesigen Bäumen entlang, die einen Durchmesser von mehr als einem Meter besaßen. Dieses Waldstück unterschied sich vom Rest – die Bäume erzählten eine eindeutige Geschichte: sie waren mehrere Jahrhunderte alt.
- An dieser Stelle befand sich ursprünglich ein Foto -
Der alte Zaun, von dem eigentlich nur noch die Grundpfeiler erhalten waren, stand einige hundert Meter von dem verlorenen Ort entfernt. In dem Wald herrschte eine seltsame Stimmung. Zwischen einigen jüngeren Bäumen saß ein ausgewachsener Falke, direkt neben dem Lost Place. Seine Augen fixierten mich, während er regungslos auf einem Ast saß. Ich zückte meine Kamera, doch er flog mit geschmeidigem Antlitz fort, als ich den Auslöser betätigen wollte und verschwand im verlorenen Platz. Ich wusste sofort, dass er der Beschützer dieses mysteriösen Ortes war.
- An dieser Stelle befand sich ursprünglich ein Foto -
Beim Weitergehen entdeckte ich ein schmiedeeisernes Zaunstück, welches die Jahrhunderte überdauert hatte. Das von mir besuchte Anwesen stammte aus dem 12. Jahrhundert und hatte sich im Laufe der Zeit optisch stark verändert. Vor einigen Jahren waren davor u.a. Stromleitungen angebracht worden. Neben dem präzise gearbeiteten Zaunstück war noch ein Teil der Außenmauer vorhanden. Ein Blick darüber und die Sicht auf die Ruine, die von dem Ort noch übrig gewesen war, wurde frei...
- An dieser Stelle befand sich ursprünglich ein Foto -
Erfahre im zweiten, finalen Teil des Halloween – Specials 2017 mehr über die Geschichte des mysteriösen Lost Places. Daneben werde ich von weiteren unerklärlichen Begebenheiten an diesem Ort und von einer unglaublichen, gruseligen Wendung berichten. Es bleibt spannend!
