Archiv: Fridays for Future: Erhört die Schulkinder, ignoriert die kritischen Stimmen!

22.03.2019

Hinweis: Dieser Beitrag erschien ursprünglich am 22.03.2019 auf meinem ehemaligen Autorenblog. 2026 wurde er von mir leicht überarbeitet und als Archivbeitrag auf dieser Website neu hochgeladen. Einige der enthaltenen Links zu Fremdseiten funktionieren inzwischen nicht mehr.

In den Medien ist ein Thema derzeit omnipräsent: die Fridays for Future - Bewegung. Auch mir ist der Klimaschutz wichtig, weswegen ich in diesem Beitrag zeigen möchte, wie sehr sich Schulkinder für unser Weiterleben auf der Erde engagieren und gegen kritische Stimmen wehren.

Die Welt ist im Wandel

Das zurzeit etwas auf der Welt passiert, habe ich schon 2018 mit meinem Beitrag über das Wassermannzeitalter angekündigt. Nun folgen Taten, denn seit Wochen ist die von Schulpflichtigen und Klimaengagierten durchgeführte Aktion Fridays for Future in aller Munde, die von der schwedischen derzeit sechzehnjährigen (!) Greta Thunberg initiiert wurde. Dabei geht es nicht einfach nur darum, dass Kinder und Pubertierende die Schule "schwänzen" – so wie es von den kritischen Stimmen dargestellt wird. Vielmehr setzten sich diese wunderbaren Menschen für unsere Zukunft ein. Sie haben ein neues, höheres Bewusstsein erlangt und verstehen die komplexen Zusammenhänge zwischen Plastik, (Fleisch –) Konsum, Stromerzeugung und dem Klima.

Auch wenn Parteien wie die FDP das anders sehen und glauben, dass Kinder zu jung für dieses Thema wären (vielleicht, weil sie als volljährige Wahlberechtigte eben NICHT solche Parteien wie die FDP wählen werden...), ist es in Wahrheit so, dass sie viel mehr verstehen, als manch sture Erwachsene. Erwachsene, die an ihrem jahrzehntelang praktizierten Verhalten nichts ändern wollen. Die Schulkinder und Studierenden verteidigen ihre wertvollen Ansichten dabei lautstark, halten sich auch nicht an die von Anzugträgern verfassten Regeln im EU – Parlament und schreien schon mal von der Tribüne hinunter. Hierüber echauffieren sich Politikschaffende – aber schreien sich diese während ihrer oft wutgeladenen Reden nicht etwa selbst gegenseitig an oder zeigen ihren fehlenden Respekt anderen gegenüber, indem sie während wichtiger Reden am Handy tippen oder gar einnicken? Und kann die Forderung nach einem Klimaschutz, fernab von geldgeilen Aktienpersonen und korrupten Polit – Größen, überhaupt als Geschrei oder gar Parlamentsstörung bezeichnet werden?

Anecken für den guten Zweck

Wie sehr die jungen Klimaschützenden für den guten Zweck anecken, wird z.b. daran ersichtlich, dass die Schulbehörden ihre Schützlinge zum Unterricht zwingen wollen. An der Aktion Fridays for Future nehmen nämlich schulpflichtige Personen teil, die dafür an einem Tag der Woche auf ihren Unterricht verzichten. Manche fragen sich, weshalb die Demonstrationen nicht am Wochenende durchgeführt werden – ganz einfach: weil sie samstags oder sonntags nicht dieses überragende Echo bekommen würden. Das würde niemanden interessieren! Ihnen wird unterstellt, dass sie schwänzen wollen würden – was für ein Unsinn, denn sie hängen eben nicht zuhause auf der Couch, ziehen sich sinnfreie Reality – Soaps rein, während sie ihr Fastfood mit Cola hinunterspülen, sondern sie gehen auf die Straße; mit Schildern, Plakaten und bedruckten T – Shirts. Sie demonstrieren bei starkem Regen, eisiger Kälte und schlechtem Wetter für eine lebenswerte Zukunft – die sie nicht haben werden, wenn ihre Eltern, Lehrkräfte und die Behörden die Erde weiter zerstören.

Sie halten ihre Gesichter in die Kameras der neugierigen Presse, die sie in Onlinemedien verunglimpft und geben Boulevardmedien Interviews, die ihnen die Worte im Mund verdrehen, um sie ins schlechte Licht zu rücken. Nein, die Teilnehmenden an Aktionen wie Fridays for Future sind mutiger, erwachsener und klüger als der Rest unserer Gesellschaft, welche die Geiz ist Geil – Mentalität erst erfunden und jahrzehntelang gefördert hat. Die Klimaengagierten verdienen unsere Anerkennung und unseren Respekt! Mit anderen Worten: es ist ihr Geburts – und Menschenrecht, um ihr Weiterleben zu kämpfen.

Natürlich sind nicht alle Heranwachsenden über Nacht plötzlich zu verantwortungsvollen Klimaschützern geworden. Häufig sehe ich noch solche Exemplare, die mit einem Pappbecher im Café sitzen (mit ihrem Coffee to go in der Hand, den sie aus Bequemlichkeit drinnen trinken, statt sich eine Tasse geben zu lassen), die auf ihrem Smartphone herumtippen, in sinnlosen Chats abhängen und Kleidung aus der Dritten Welt kaufen, die sie in knisternden Plastiktüten der Marke wegen nach Hause tragen. Aber diese Art von Teenies werden weniger und die aufgeklärtere Sorte, die Fragen stellt und nicht alles akzeptiert, was ihnen die erwachsene Welt so vorsetzt, verbreitet sich rasend schnell!

Unser eigenes Engagement ist gefragt!

Mehr als nie zuvor liegt es in unserer eigenen Hand, ob wir unser Zuhause retten, oder es zerstören wollen. Eigeninitiative ist dabei alles andere als schwer, so setze auch ich mich seit Jahren für den Klimaschutz ein. Hierbei geht es nicht etwa um Verzicht, sondern um Reduktion und einen bewussteren Umgang mit unseren Ressourcen. Muss es denn beispielsweise wirklich jede Woche ein Sojajoghurt im Plastikbecher sein? Reicht es nicht, wenn dieser zwecks fehlender Alternative nur einmal im Monat gekauft wird? Ist beim Wocheneinkauf kein Umstieg auf Produkte im Glas möglich? Muss der ganze Tag eine mit Quecksilber vollgepumpte Energiesparlampe laufen, die den vermeintlich von ihr erhellten Köpfen ein gutes Gewissen vorgaukelt? Und ist es in einer Stadt überhaupt nötig, ein Auto zu besitzen, welches Tiere und Menschen (nicht nur) durch Abgase umbringt, nur weil letztere zu bequem sind, eine halbe Stunde zu Fuß zu gehen?

Viele Erwachsene geben sich einfach keine Mühe. Sie verbringen den ganzen Tag in ihrer virtuellen Welt, aber sind unfähig, eine Suchmaschine mit Begriffen wie Tipps für Nachhaltigkeit, DIY, Plastik im Meer oder Regenwaldrodung zu füttern, um mehr über die Auswirkungen ihres Verhaltens zu verstehen und um zu lernen, wie sie es besser machen können.

Fazit

Die hunderttausenden Kinder und Pubertierenden, die freitags freiwillig von der Schule und der Universität fernbleiben – obwohl sie wissen, dass sie sich damit rechtlich in einer Grauzone befinden setzen sich im Gegensatz zum Großteil unserer Gesellschaft dafür ein, dass es die Welt von heute auch morgen noch geben wird. Wir sollten sie feiern, sie unterstützen und ihnen für ihr ehrliches Engagement danken.

Aber nicht nur das, denn wir sollten verdammt noch mal ihre uns entgegengestreckten Hände ergreifen und mit ihnen gemeinsam die Erde zum Positiven verändern, statt ihnen wegen ihres Aktivismus Böswilliges zu unterstellen und sie dafür zu bestrafen, dass sie uns auf den Schutz unseres Planeten aufmerksam machen!

Weiterführende Links zum Thema
fridaysforfuture.de
derwesten.de – Greta Thunberg: Faul vom Sofa aus zu nörgeln, ist armselig
hna.de – Stolz auf Emma: Tochter unseres Redakteurs auf Schüler-Demo dabei
tagesschau.de –  "Schulschwänzer"– Ihr seid großartig!
spiegel.de – #Utopieverbot: Alle fordern Engagement, doch wenn junge Menschen aktiv werden, gibt es Stress
faz.net – Die Profis sind da – 23.000 Wissenschaftler unterstützen "Fridays for future"

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